Der Gunung Rinjani liegt auf der indonesischen Insel Lombok und ist mit 3.726 Metern der zweithöchste Vulkan des Landes. Im inneren befindet sich auf 2.000 Metern Höhe der tiefblaue Kratersee Segara Anak, in dessen Mitte der perfekt geformte Vulkankegel Gunung Baru herausragt. Dieser Vulkan ist immer noch aktiv und die letzten größeren Eruptionen waren im Mai 2009, Mai 2010 und September 2016.

Es gibt unzählige Trekkinganbieter die unterschiedliche Programmpakete zwischen 2 und 7 Tagen anbieten. Ich hatte mich für eine 4 Tage und 3 Nächte Tour mit Green Rinjani entschieden. Die sorgen dafür, dass kein Müll bei der kompletten Tour hinterlassen wird und jeder Teilnehmer pflanzt einen Baum am Kraterrand um den Nationalpark zu schützen.

Tag 1: Sembalun Village (1.150m) ↗ Sembulan Kraterrand (2.639 m)

Mit noch zwei Männern aus Singapur, die diese Tour am gleichen Tag gebucht hatten, wurden wir von der Unterkunft nach Sembulan Village gebracht – der Ausgangspunkt der Tour auf 1.150 Metern Höhe. Nach der Registrierung im Rinjani Information Center ging es um ca. 8 Uhr los. Zusammen mit unserem Guide und einigen Trägern wanderten wir 2 Stunden zur ersten Position auf 1.300 Metern Höhe.

Steppenlandschaft

Die Wanderung durch die steppenartige Landschaft war noch sehr moderat und angenehm, wobei keine Bäume vorhanden waren die Schatten spenden konnten.

Nach weiteren 2 Stunden ging es zu Position 2 und 3, wo wir eine längere Pause einlegten zum Mittagessen. Hier war ich das erste mal überrascht, was die Träger für Essen zaubern. Es wird einem eine komplette Mahlzeit auf Teller mit Besteck gereicht.

Rinjani Essen

Weiter ging es mit dem anstrengendsten Teil des Tages: ein ca. 3-stündiger Aufstieg zum Sembulan Kraterrand auf 2.639 Meter. Es war teilweise sehr steil. Jammern durfte man nicht. Im Gegensatz zu den Trägern hatten wir es ja super einfach mit unseren kleinen Rucksäcken. Es ist erstaunlich wie sie die ganze Ausrüstung, Essen und Trinken auf den Schultern nicht nur mit Flip-Flops, sondern teilweise sogar Barfuß den Berg hinauf befördern.

Rinjani Träger

Oben angekommen waren wir sehr erschöpft. Hier hatten wir die erste Übernachtung und konnten den Ausblick und Sonnenuntergang genießen.

Leider ist wirklich die Verschmutzung am Kraterrand zu bemängeln. Es gibt natürlich keine Entsorgungsmöglichkeit im Nationalpark, sodass viele Trekkinganbieter einfach ihren Müll an Ort und Stelle liegen lassen.

Abends wurde es schon richtig kühl und wir haben uns um ca. 19 Uhr Schlafen gelegt, da es am nächsten morgen sehr früh los ging.

Tag 2: Sembalun Kraterrand (2.639 m) ↗  Gipfel (3.726 m) ↘ Segara Anak See und Thermalquellen (2.008 m)

Am nächsten Tag wurden wir schon um 2:00 Uhr morgens geweckt um bei Sonnenaufgang am Gipfel zu stehen. Nach einem leichten Frühstück ging es mit Kopfleuchte und warmen Klamotten in der stockfinsteren Nacht los.

Der Aufstieg dauerte ca. 3,5 Stunden und ist wirklich nicht zu unterschätzen. Besonders am letzten Teil zum Gipfel wandert man auf extrem steilem Vulkangeröll. Bei zwei Schritten nach vorne rutscht man automatisch wieder einen zurück. Unglücklicherweise schmerzten auch meine Knie vom Vortag, da ich nicht an die neuen Wanderschuhe gewöhnt war. Die  eisigen Temperaturen bekam man ebenso zu spüren. Unter 0° Grad Celsius waren es bestimmt am Gipfel!

Ein großer Teil der Touristen schafft es nicht rechtzeitig zum Sonnenaufgang nach oben, so auch die zwei Männer aus Singapur in meiner Gruppe. Ich hatte es gerade geschafft und konnte den ultimativen Sonnenaufgang auf 3.726 Metern genießen.

Am Gipfel des Gunung Rinjani

Sonnenaufgang Rinjani

Am Gipfel hatte man dann auch zum ersten mal den etwas surrealen Anblick auf den Vulkan im Kratersee.

Kratersee und Vulkan

Ebenso ließen sich die Gili Inseln und der höchste Berg Balis Gunung Agung (3.142 m) erkennen.

Gili Inseln und Bali

Nach einer längeren Verschnaufpause ging es schon wieder zurück zum Camp. Auf dem Weg hatte man nochmal ein tolles Panorama auf die ganze Umgebung.

Camp am Kraterrand
Camp am Kraterrand

Zurück im Camp angekommen gab es vor dem Abstieg zum Kratersee ein zweites Frühstück. Außerdem pflanzte jeder sein Bäumchen am Kraterrand zur Unterstützung und Aufrechterhaltung des Nationalparks.

Der Abstieg ging sehr steil über teilweise meterhohe Felsen nach unten und jeder musste wirklich vorsichtig und trittsicher sein. Nach ca. 3 Stunden erreichten wir den See Segara Anak, wo es uns möglich war die Umgebung zu erkunden und in den Thermalquellen zu baden.

Tag 3: Segara Anak See (2.008 m) ↗ Senaru Kraterrand (2.641 m)

Am nächsten Morgen war nochmal Zeit in den heißen Quellen zu baden bevor es nach dem Mittagessen weiterging. Über 600 Höhenmeter mussten überwunden werden auf wieder teilweise sehr steilen und steinigen Wanderwegen. Nach ca. 3 Stunden hartem Aufstieg erreichten wir den Kraterrand und es gab den belohnenden Anblick auf den See Segara Anak.

Gipfel, Vulkan und Kratersee

Hier wurde das letzte Nachtlager aufgeschlagen und wir konnten das grandiose Panorama, den atemberaubenden Sonnenuntergang und den klaren Sternenhimmel genießen.

Tag 4: Senaru Kraterrand (2.641 m) ↘ Senaru Village (601 m)

Nach einem tollen Sonnenaufgang und ausgiebigem Frühstück hatten wir einen ca. 4-5 stündigen Abstieg vor uns. Es mussten über 2.000 Höhenmeter überwunden werden. Anfänglich ging es noch auf relativ steinigen und dann staubigen Wegen quer durch eine Steppe. Nach ca. 1 Stunde erreichten wir den Dschungel, wo es Dank Bäumen und festem Untergrund sehr angenehm zu laufen war. Am Senaru Rinjani Trekking Centre angekommen, bekamen wir schließlich die letzte Mahlzeit bevor es mit dem Transfer zum nächsten Zielort ging.

Fazit

Diese Trekkingtour war meine erste Mehrtageswanderung überhaupt und ich würde es jederzeit wieder machen. Alles in allem ein unvergesslich tolles Erlebnis bei der man über seine Grenzen hinauswächst.

Ein Video zur Tour kannst du dir hier ansehen:

 

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